Aufnahme Herr Purkarthofer mit seiner Lebensgefährtin vor einer Urlaubskulisse.
©Purkarthofer

Im Gespräch mit Michael Purkarthofer

Michael Purkarthofer – Vom gelernten Koch in den Patient:innenservice

In unserer Reihe “im Gespräch mit…” berichtet Michael Purkarthofer, Leiter des Patient:innenservice, über seinen beruflichen Werdegang, seine Werte und Grundsätze.

Schwarz: Lieber Michael, du hast im Jänner 1986 beim Magistrat der Stadt Graz zu arbeiten begonnen. Wo hast du gestartet?

Purkarthofer: Im Straßendienst – da habe ich 1 ½ Jahre in der Nacht gearbeitet. Dann habe ich mir selbst die Frage gestellt, ob ich das weitermachen will. Eigentlich wollte ich nicht als Straßenkehrer erkannt werden (schmunzelt), aber die Arbeit ist schon wichtig.

Dann kam das Angebot in der Zentralküche der Stadt Graz zu arbeiten. Das passte, weil ich ja gelernter Koch bin. Ich habe einige Jahre in Kärnten und Tirol und guten Häusern gearbeitet. Es war schon etwas Besonderes Schifahrerlegenden, wie z. B. Herrn Griesmann oder Herrn Klammer, persönlich kennenzulernen.

Schwarz: Was war der Grund zurück nach Graz zu kommen?

Purkarthofer: Die Heimat – mein echtes Zuhause hat mir gefehlt. Damals gab es ja noch keine Mobiltelefone und Videotelefonie usw. Ich war viele Jahre 700 / 800 Kilometer weg von zu Hause und das mit sehr jungen Jahren. Ich war mit 21 Jahren Küchenchef im Hintertuxer Hof.

In der Zentralküche habe ich zuerst als „Hilfskoch“ begonnen – trotz Referenzen musste man erst aktiv „beweisen“, dass man kochen kann. Da ich gute Arbeit leistete, wurde ich sehr schnell Stellvertreter der Küchenchefin und in weiterer Folge Küchenchef. Wir haben pro Tag zirka 5000 Kinder mit Essen versorgt – da braucht es neben dem Kochen auch die logistische Fähigkeit. Ich stellte aber bald fest, dass mir das doch zu wenig ist und habe berufsbegleitend die Reifeprüfung nachgemacht.

Michael Purkarthofer in jungen Jahren als Koch bei der Arbeit.
©Purkarthofer

Schwarz: Und warum hast du dich dann für die GGZ entschieden?

Purkarthofer: Irgendwer hat mir gesagt, dass die Führung jemand sucht und ich habe einfach nachgefragt. Dann habe ich einen Anruf erhalten und wurde zum Gespräch eingeladen. 3 Wochen später hat mein Küchenleiter einen Anruf erhalten. Er teilt mir mit: „Sie fangen am Montag in der Geriatrie an.“ Das war am 14. Februar 2000 – da begann ich meinen Dienst in der Patient:innenaufnahme und –verrechnung.

Entwicklung zur Leitung

Schwarz: Wie war der Umstieg von der Küche in eine reine Verwaltungsfunktion?

Da gab es nicht viel nachzudenken. Frau Mag. Kollar hat mich eingeschult. Damals hatten wir nur einen PC und ein Büro, aber zwei große Schreibtische. Mein Tisch war übersät mit Akten. Ja, gut, dachte ich mir, „gehst es halt an!“ Ich habe mir meine eigenen Exceltabellen erstellt, damit ich eine bessere Übersicht und Abfragemöglichkeiten habe. Diese Tabellen verwende ich – verwenden wir – noch heute

Schwarz: Wann hast du dann die Leitung für diesen Bereich übernommen?

Purkarthofer: Die Übernahme der Leitung war 2004 und 2005 eine schleichende. Ich habe bereits die wichtigen Dokumente selbst unterschrieben und die Kolleg:innen aus meinem Team begleitet.

Das gesamte Team war damals fast gleich groß wie heute (12 Mitarbeiter:innen); die Bereiche Aufnahme, Kassa und Verrechnung wurden zusammengelegt. Nach dem Umbau (Revitalisierung) des Kreuztaktes zogen wir in das Parterre ein, da sind wir heute noch.

Werte und Grundsätze

Schwarz: Was ist dir als Führungspersönlichkeit wichtig bzw. wie erlebst du dich selbst?

Purkarthofer: Ich habe von Anfang ein jährliche persönliche Gespräche mit meinen Mitarbeiter:innen geführt. Bei diesen Gesprächen hat man Zeit und Zeit braucht Führung immer. Wie soll ich sonst merken, wie es meinen Kolleginnen und Kollegen geht.

Ich bin auch sehr gerade und halte mit meiner Meinung nicht „hinterm Berg“. Es ist mir wichtig, dass ich, aber auch meine Kolleg:innen offen ihre Meinung, ihren Standpunkt vertreten. Ich bin aber auch kein „Kindergärtner“ – meine Mitarbeiter:innen sollten schon ihre Angelegenheiten unter sich lösen.

Meine Mitarbeiter:innen sind täglich mit gesellschaftlichen und menschlichen Geschichten konfrontiert – da braucht es Wissen, Zeit und viel Empathie. Dafür muss ich ihnen den Rücken freihalten und stützen und Ihnen auch einen Dank für die hervorragende Arbeit, die sie leisten, aussprechen!

Miteinander reden, das ist auch wichtig mit den Führungskräften und Kolleg:innen außerhalb meines Verantwortungsbereiches. Man muss wissen, was GGZ-weit passiert, welche strategischen Maßnahmen geplant sind und wie man diese umsetzen kann.

Stetige Weiterentwicklung

Schwarz: Du hast sehr viele weitere Aus-, Fort- und Weiterbildungen abgeschlossen, z. B. General Management, konstruktives Konfliktmanagement, viele fachspezifische Fortbildungen (Sachwalterrecht, Heimaufenthaltsgesetzt usw.) und du hast den Master of Advanced Studies absolviert.

Purkarthofer: Meine persönliche Entwicklung und Fortbildungen sind mir sehr wichtig. Ich festige und vertiefe damit mein Wissen und kann es entsprechend auch weitergeben. Bei irgendwem habe ich mir abgeschaut, dass jede Person zuerst einmal einen Bonus von 100 Punkten hat. Diese Punkte kann man verlieren oder ausbauen, je nachdem wie man handelt. Funktioniert gut!

Schwarz: Dafür hast du auch viel Zeit investiert, z. B. bei deinem Universitätslehrgang?

Purkarthofer: Das ist richtig. Der Universitätslehrgang „Master of Advanced Studies“ hat vier Semester gedauert und ich habe ihn berufsbegleitend absolviert. Das bedeutete jedes zweite Wochenende Studium und dazwischen lernen, lernen, lernen. Auf den Abschluss bin ich schon sehr stolz. Es war für mich eine wichtige persönliche Entwicklung und Erfahrung – monetär hat er mich leider nicht weitergebracht.

Eine Reflexion

Schwarz: Lieber Michael, du wirst 2023 in Pension gehen und du bist ein wertvoller Wissensträger in den GGZ. Wie ist es dir gelungen, das Wissen für die GGZ zu erhalten?

Purkarthofer: Da danke ich der Geschäftsführung und der Leitung Human Resources. Wir haben rechtzeitig meine Nachfolge eingeschult und aufgebaut.

Schwarz: Welches Leitbild bzw. Leitmotiv begleitet dich in deinem Leben und was bedeutet dieses Leitbild für dich?

Purkarthofer: Ich versuche immer „gerade“ zu sein – ich mag keine „Quatschereien“ hinterm Rücken.

Schwarz: Wie sieht dein persönlicher Blick auf das Unternehmen, auf die Führung, auf dein Team, deine Kolleg:innen aus?

Purkarthofer: Ich habe von meinem Ankommen in den GGZ bis jetzt miterlebt, wie wir gewachsen sind. Unser Geschäftsführer ist wirkliche eine Koryphäe in der Wirtschaft und hat die GGZ zu einem Kompetenzzentrum für Altersmedizin und Pflege entwickelt.

Erfülltes Privatleben

Schwarz: Bitte, erzähle uns noch aus deinem Leben abseits der GGZ? Was ist dir wichtig, was machst du gerne?

Purkarthofer: Ich habe zwei Kinder, die nach meiner Trennung von meiner ersten Frau bei mir geblieben sind – daher weiß ich auch ganz genau, was es heißt Beruf und Familie zu verbinden – mit allen alltäglichen Pflichten, die kochen, putzen, Wäsche waschen usw. – danke an meine Mutter, die mich immer unterstützt hat. Wichtig ist in unserer Familie auch unser Hund – er war eine Seele.

Brigitte ist mein Lebensmensch – wir genießen beide die gleichen Dinge, wie z. B. unseren Garten oder die Stadt Rovinj und reisen sehr gerne.

Meine beiden Enkelkinder (4 und 1 ½ Jahre alt) sind unsere kleinen Sonnen. Es ist einfach schön Oma und Opa zu sein!

Autorin:
Irene Schwarz
Stabsstelle Human Resources

In unserer "Im Gespräch mit -Reihe" erfahren wir von Michael Purkarthofer alles über seinen Werdegang und Motivation.
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